Mein Name ist Rita Hattemer-Apostel. Ich hatte schon immer meine eigenen Vorstellungen vom Leben. So auch, wie mein Nachruf aussehen soll. Und daher habe ich ihn selber geschrieben. Ich bin in Mainz geboren, in Gau-Algesheim aufgewachsen und dort zur Grundschule gegangen. Danach wechselte ich zur Hildegardis-Schule in Bingen und habe dort mit Abitur abgeschlossen. Anschließend machte ich eine Fremdsprachenausbildung. Und noch etwas später studierte ich Physik. Schon in all diesen Phasen interessierte mich ALLES. Die Studienjahre in Physik waren von besonderer Bedeutung, da ich quasi „allein unter Männern“ war und erlebte, wie Frauen in technischen Bereichen ständig weniger Kompetenz zugesprochen bekamen als ihre männlichen Mit-Studenten.Am ersten Studientag, drei Tage nach meiner standesamtlichen Hochzeit, fragte ein Kommilitone mit verwundertem Blick auf meinen glänzenden Ehering wozu ich hier an der Hochschule sei.„Physik studieren“ war meine Antwort.Überrascht erwiderte er: „Aber Du bist doch verheiratet!“Worauf ich antwortete: „Ich hab‘ doch mein Gehirn bei meiner Hochzeit nicht irgendwo abgegeben!“ Zwischen dem Sprachen- und dem Physikstudium arbeitete ich in der Industrie in Darmstadt, wo ich im Jahr 1988 Thomas kennenlernte und wir beiden uns nach kurzer Zeit verliebten.Am Anfang stand sein etwas seltsamer Spruch: „Ich bin ‚Du‘ und heiße Thomas!“Mir schoss durch den Kopf ‚Ein Norddeutscher!! Wie soll DAS denn gehen?‘Aber es ging, sehr gut, und 1990 heirateten wir im Kloster auf dem Jakobsberg oberhalb von Ockenheim im schönen Rheinhessen.Immerhin: Mehr als fünfunddreissig Jahre Ehe haben wir geschafft.In dieser Zeit haben wir ein Haus in Oppenheim gekauft, es umfänglich renoviert, einige Jahre darin gewohnt, dann etwa […]